Mikrofone, Pyrotechnik & ein Konzert im Rotlichtmilieu – die ungewöhnlichen Geschichten eines Event-Profi
Martin Mangold verbindet seit 1989 Technik, Kunst und Leidenschaft — ob im stu.DIO 3, bei AES Austrian Event Service oder hinter den Kulissen großer Open-Air-Events. Seine Devise? ‚Mist rein, Mist raus‘ — und das mit einem Augenzwinkern. Er begleitet Künstler auf ihrem Weg, macht Pyrotechnik sicher und verliert selbst im Stress nicht die gute Laune.
Im Interview erzählt er, was ihn antreibt, welche Kuriositäten ihn geprägt haben und warum das Waldviertel für ihn der perfekte Ort ist.
Das Interview mit Martin Mangold
Martin, Sie sind nicht nur Inhaber von AES Austrian Event Service, sondern auch von stu.DIO 3 – Tonstudio. Wie schaffen Sie es, beide Unternehmen unter einen Hut zu bringen — und was macht für Sie den Reiz an dieser Vielfalt aus?
Nun, viele Bereiche überlappen sich, sowohl in technischer aber auch künstlerischen Natur.
Und jede Arbeit ist anders und natürlich auch einzigartig — das macht auch den Reiz aus. Aber natürlich ist es auch sinnvoll etwas breiter aufgestellt zu sein.
Sie sind seit 1989 in der Eventbranche tätig. Was war das erste Event, das Sie jemals technisch begleitet haben — und was ist davon heute noch in Erinnerung geblieben?
Seit 1989 agiere ich, nach meinen entsprechenden Ausbildungen, professionell.
Die erste, eigene „Beschallungserfahrung“ durfte ich 1982 als Jungspund machen. Damals war ich für die Beschallung einer Doppel-DJ-Produktion für 1500 Personen verantwortlich.
Von Ton- und Lichttechnik bis hin zu Pyrotechnik und Videoproduktion: Gibt es eine Technik oder ein Projekt, das Sie persönlich am meisten begeistert — und warum?
Ja, das gibt es! Nämlich Künstler bei ihrer künstlerischen „Evolution“ zu begleiten.
Es ist immer wieder schön zu erleben wie ein Künstler/eine Künstlerin in und mit seinem/ihrem Tun wächst.
Was war das spektakulärste Feuerwerk oder der verrückteste pyrotechnische Effekt, den Sie je für ein Event umgesetzt haben? Gibt es eine Geschichte, die Sie immer wieder erzählen?
Das war sicher eine Pfadfindergruppe davon abzuhalten bei einem Fest mit Publikum ihr Raketenfeuerwerk aus aufgestellten Weinflaschen zu starten.
Leider gibt es durch Leichtsinnigkeit immer wieder, auch tödliche Unfälle. So ist z.B. mein ehemaliger Nachbar und Harley-Davidson-Händler durch grobe Unachtsamkeit und natürlich Unwissen so tödlich verunglückt.
Wie reagieren Ihre Kunden, wenn sie zum ersten Mal Ihre technische Konzeption für ihr Event sehen? Gibt es ein Feedback, das Sie besonders berührt oder zum Lachen gebracht hat?
Wenn sie zum ersten Mal ins Studio kommen, meist überrascht, nach dem Motto „Und sowas gibt in Seyfrieds?“. Nun ja, wo denn sonst? 😉
Aber natürlich die Reaktion der Kunden auf die Realisierung ihres Projektes von „Wow“ bis „Ich dachte mir nicht das es so gut werden kann“. Natürlich freut dies das Künstlerherz immer wieder aufs Neue.
Sie haben fast 4 Jahrzehnte Erfahrung in der Abwicklung von Veranstaltungen. Was war die größte Herausforderung, der Sie sich je stellen mussten — und wie haben Sie sie gemeistert?
Die sicherlich größte Herausforderung war eine Theaterproduktion, bei der auf vier Bühnen quasi gleichzeitig agiert wurde. Zusätzlich wurde auch noch hinter dem Publikum und aus dem Off gespielt — und dann gab es noch Videoprojektionen! Da war äußerste Konzentration erforderlich. Und das über 2,5 Stunden ohne Pause.
Wie sieht Ihr perfekter Arbeitstag aus? Gibt es bestimmte Rituale oder Momente, die Ihnen besonders wichtig sind — vielleicht ein bestimmtes Event oder Projekt, das Sie immer wieder gerne planen?
Perfekt ist es dann wenn die Kommunikation mit dem Kunden gut funktioniert.
Und diese geschieht oft auch bei einem guten und entspannten Kaffee nachmittags um drei Uhr…
Was mir immer wieder besonders gefällt ist wenn wir im Studio unkonventionelle Wege beschreiten. Und live sind es OpenAir-Liveevents, egal in welcher Größenordnung.
Wie sind Sie dazu gekommen, AES Austrian Event Service und stu.DIO 3 zu gründen? Gab es ein bestimmtes Erlebnis, das den Ausschlag gegeben hat?
Die Keimzelle war die Gründung von STUDIO 3 am 8. Dezember 1989. Seit dem ging es über kleine Schritte weiter. Von Kleinanlagen für Clubkonzerte der eigenen Künstler über Fotografie bis hin zur Videografie. Heute sind wir in der Lage Events von 2 bis zu 7000 Personen auszustatten und zu beschallen.
Was war das lustigste oder kurioseste Erlebnis, das Sie bei der Organisation eines Events oder einer Produktion hatten? Vielleicht eine Situation, die völlig unerwartet verlief?
Das kurioseste Erlebnis war als wir mit einem Gesangsduo für einen Auftritt in der Umgebung von Wr. Neustadt gebucht wurden.
Als wir ankamen war es schon finster und wir kamen hinter am Gebäude bei Künstlereingang an. Soundcheck gab es keinen, sondern direkt auf die Bühne. Als wir auf die Bühne kamen merkten wir das es ein Rotlichlokal war… Nun, das Konzert wurde trotzdem wie geplant durchgespielt. Und jeder von uns Beteiligten bekam nach dem Auftrit ein fürstliches Trinkgeld. 🙂
Sie arbeiten sowohl mit Live-Events als auch mit Studio-Produktionen. Gibt es einen Bereich, der Sie besonders fasziniert — oder eine besondere Synergie zwischen beiden Unternehmen?
Es ist eine Synergie, nämlich die Mikrofontechnik. Ich bin leidenschaftlicher Mikrofonnutzer und auch Sammler.
Wie sieht Ihre Zusammenarbeit mit anderen Mitorganisatoren wie Caterern, Hochzeitsplanern oder Blaulichtorganisationen aus? Gibt es eine besonders gelungene Kooperation, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit den BL-Organisationen sehr gut.
Nur einmal, als wir zu einem Filmdreh nach Kapfenberg fuhren, lies uns die Polizei nicht in die Innenstadt, da die für den Dreh geperrt war, fahren. Es brauchte einige Überredungskunst und das Zeigen von entsprechendem Equipment damit sie uns dann doch die Einfahrt gewährten.
Was bedeutet für Sie ‚Waldviertel Exklusiv‘? Warum ist es für Sie wichtig, Teil dieser Gemeinschaft zu sein?
Weil man sich hier gegenseitig unterstützt und auch mit Ideen befruchtet.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, um AES oder stu.DIO 3 noch besser zu machen — was wäre das? Vielleicht ein neues technisches Gadget oder ein besonderes Projekt?
Das jeder Kunde glücklich und zufrieden nach der jeweiligen Produktion nach Hause fährt.
Gibt es ein Missverständnis über Ihren Beruf oder die Medienbranche, das Sie gerne ausräumen würden?
Dass sich sowieso alle Beteiligten nur mit Rauschmittel über Wasser halten. Denn jede Produktion erfordert körperliche und mentale Fitness. Dies ist mit keiner Droge möglich.
Wie würden Sie einem Kind erklären, was Sie bei AES und stu.DIO 3 tun — und warum es so spannend ist?
Das wir die sind die dafür sorgen, dass man ihre „Helden“ gut sieht und hört!
Was machen Sie in Ihrer Freizeit, um abzuschalten? Gibt es Hobbys, die Sie besonders begeistern — vielleicht etwas, das Ihre Kunden überraschen würde?
Nun, Bogenschießen. Wo und auch wann es möglich ist.
Sie bieten auch Künstlerkontakte an. Gibt es einen Künstler oder ein Projekt, das Sie besonders beeindruckt hat?
Tom Jones! Live OpenAir in Linz. Er ist nicht umsonst eine Legende. Er hatte in jedem Jahrzehnt seine Hits. Und dann steht er mit über 80 Jahren auf der Bühne und liefert solch ein Konzert bzw. eine ganze Tournee ab; atemberaubend.
Wie schaffen Sie es, auch bei stressigen Projekten oder Events die gute Laune zu bewahren? Gibt es einen Trick oder ein Ritual, das Ihnen hilft?
Ommmmm!
Wenn Sie eine Frage an unsere Leser hätten — welche wäre das? Vielleicht etwas Lustiges oder Nachdenkliches?
Wie habt ihr es geschafft das Waldviertel so lebenswert zu machen!?
Was war Ihr größter Lernerfolg seit der Gründung von AES und stu.DIO 3?
Das Mischpult ist keine Waschmaschine. Mist rein, Mist raus.
Wie hat sich die Medien- und Eventbranche in den letzten 4 Jahrzehnten verändert? Gibt es Trends oder Entwicklungen, die Sie besonders spannend finden?
Der kindliche Glaube an die Fähigkeiten von KI und Robotik.
Gibt es ein Event oder eine Produktion, die Sie selbst gerne einmal umsetzen würden — vielleicht etwas, das Sie bisher noch nicht realisiert haben?
Ein Dreitage-Festival hier im oberen Waldviertel. Mit unterschiedlichen Musikstilen an jedem Tag.
Lernen Sie Martin Mangold persönlich kennen!
Besuchen Sie das Musikerkaffee jeden ersten Donnerstag im Monat ab 17:00 Uhr in Seyfrieds 24, 3860 Hedenreichstein.
Möchten Sie Dienstleistungen von Martin Mangold buchen?
Kontaktieren Sie ihn per E-Mail an office@aesonline.at oder telefonisch unter +43 660 420 60 10
Weitere Informationen finden Sie auf https://aesonline.at/