"Ich habe es aufgegeben, Skeptiker überzeugen zu wollen."
Peter Cermak kam als Skeptiker zur Astrologie – und blieb als Experte. In diesem Interview erzählt er, wie ein Horoskop in Indien sein Leben veränderte, warum Feng Shui mehr als Möbelrücken ist und wie er heute Menschen hilft, ihre Lebensräume und ihr Schicksal besser zu verstehen. Ein faszinierender Einblick in die Welt der Sterne und Energien!
Wir haben Peter interviewt — lesen Sie im Anschluss das Interview.
Das Interview mit Peter Cermak
Peter, wie sind Sie zur Astrologie und zu Feng Shui gekommen? Gab es ein ‚Aha-Erlebnis‘ oder einen Moment, in dem Sie wussten: ‚Das ist mein Ding!‘?
Nein, überhaupt nicht – ganz im Gegenteil: Zur Astrologie kam ich als Skeptiker. Die Initialzündung passierte auf einer meiner frühen Indienreisen in Goa. Ich wohnte bei einem Engländer, der mir nicht nur ein Zimmer vermietete, sondern auch mein Horoskop erstellte. Der Clou dabei: Obwohl ich ihm keine genaue Geburtszeit nennen konnte, las er aus meiner Radix heraus, dass ich in der Pubertät einen schweren Oberschenkelbruch erlitten hatte.
Das hat mich sprachlos gemacht. Wie konnte er das wissen? Wieder zurück in Österreich, verbrachte ich den kompletten Winter in Rabesreith damit, dieses Rätsel zu lösen. Ich vergrub mich zwei Monate lang in Einsteiger-Literatur, weil ich unbedingt das ‚Wie‘ hinter dieser Trefferquote verstehen wollte. Auf diesem Fundament und durch den späteren Austausch mit Mentoren habe ich mein Wissen über die Jahre vertieft.
Beim Feng Shui war der Weg ein anderer. Hier war es das Buch ‚Die Zukunft bauen‘ von Sarah Rossmann, das mir die Augen öffnete – lange bevor die große Feng-Shui-Welle den deutschsprachigen Raum erreichte. Plötzlich nahm ich Räume und ihre Gestaltung völlig neu wahr und begann, im eigenen Umfeld zu experimentieren. Erst später habe ich Astrologie und Feng Shui – ergänzt durch Geomantie – zu einer Symbiose verbunden: als Methode, um Zeit und Raum ganzheitlich zu analysieren.
Wenn Sie Ihr eigenes Geburtshoroskop noch einmal interpretieren müssten – was wäre die größte Überraschung oder Bestätigung für Sie?
Die Frage impliziert einen Abschluss, den es in der Realität gar nicht gibt. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Radix ist keine einmalige Analyse, sondern fast tägliche Praxis. Mein Horoskop ist ein lebendiger Begleiter. Über die Jahre habe ich mich immer tiefer in die Materie gegraben: Es kamen die Fixsterne dazu, die Asteroiden, und natürlich der ständige Abgleich mit den aktuellen Planetenständen.
Die wirklichen Überraschungen liegen dabei oft im Detail – etwa wenn ich entdecke, dass ein bestimmter Asteroid einem meiner Planeten eine ganz neue, feine ‚Färbung‘ verleiht, die ich vorher übersehen hatte.
Die größte Bestätigung ist jedoch das Horoskop an sich: Es ist ein wertfreier Spiegel der Persönlichkeit. Es sagt: ‚So bist du, und das ist gut so.‘ Genau das erlebe ich auch bei meinen Klienten. Für viele ist es eine enorme Erleichterung, schwarz auf weiß bestätigt zu bekommen, dass ihre Wesensart in Ordnung ist – ganz egal, was das Umfeld vielleicht daran kritisiert.
Was war das kurioseste oder lustigste Erlebnis, das Sie bei einer Feng Shui-Begehung hatten? Gibt es eine Geschichte, die Sie immer wieder erzählen?
Da muss ich sofort an die Geschichte mit der Rosenkugel denken. Ein Klient litt sehr unter einem Nachbarn, der ihm extrem feindselig begegnete. Die Stimmung am Gartenzaun war eisig.
Als Feng-Shui-Maßnahme empfahl ich ihm kein großes ‚Abwehrgeschütz‘, sondern ein spiegelndes Objekt, um die ankommende Energie sanft, aber bestimmt zurückzuwerfen: eine klassische Rosenkugel. Wochen später rief mich der Klient völlig baff an. Kurz nach dem Aufstellen der Kugel hatte der Nachbar plötzlich ganz andere Töne angeschlagen. Das Eis war nicht nur gebrochen, die beiden sind inzwischen sogar befreundet. Manchmal reicht schon ein wenig Reflexion im Blumenbeet für den großen Frieden.
Wie reagieren Ihre Kunden, wenn sie zum ersten Mal eine astrologische Beratung oder Feng Shui-Analyse bei Ihnen machen? Gibt es ein Feedback, das Sie besonders berührt oder zum Lachen gebracht hat?
Die unmittelbare Reaktion nach einer Sitzung ist oft gar kein Feedback, sondern Stille. Die Klienten äußern sich meist nur verhalten, sind sichtlich betroffen oder innerlich in seelischen Prozessen gefangen, die unsere Analyse ausgelöst hat. Manchmal fließen Tränen, wenn wir frühkindliche Prägungen oder traumatische Situationen beleuchten, die ihr Wesen geformt haben.
Deshalb gebe ich immer denselben Rat: Steigen Sie nicht sofort ins Auto! Ich habe viel in Ihnen aufgewühlt. Gönnen Sie sich im Anschluss einen langen Spaziergang im Wald oder in der Natur, um das Erlebte seelisch zu verdauen.
Das eigentliche Feedback stellt sich meist erst später ein. Ich empfehle, die Aufzeichnungen unseres Gesprächs mehrmals anzuhören, da in der Sitzung selbst vieles aufgrund der Intensität nicht sofort wahrgenommen wird. Erst bei einer Folgesitzung erfahre ich dann, was wirklich in Bewegung gekommen ist und welche tiefgreifenden Änderungen im Leben eingeleitet wurden.
Ich sage immer schmunzelnd:
„Sie bekommen bei mir Material, das Sie mindestens ein halbes Jahr beschäftigen und zu tiefgreifenden Änderungen führen kann.“
Die astrologische Beratung ist eine Konfrontation mit Karma, vorgeburtlichen Themen, Prägungen und verdrängten Teilen des Wesens. Das ist keine leicht verdauliche Kost.
Die lustigsten und berührendsten Momente entstehen oft außerhalb des Beratungsraums. Sie sind für mich die beste Bestätigung dafür, dass die Astrologie tatsächlich ein Krückstock für die Intuition ist.
Eine kuriose Begegnung hatte ich, als ich in Wien mit der Straßenbahn fuhr. Jemand sprach mich begeistert an und erzählte mir, was ihn an unserer Beratung so beeindruckt hatte. Ich musste mich erst orientieren, da ich das Gesicht nicht sofort zuordnen konnte. Ich konnte mich nur an die Horoskop-Details erinnern: „Ah, Sie sind der mit der Venus in 12!“ Dass ich mich besser an die Planetenkonstellation als an das Gesicht erinnere, hat uns beide sehr zum Lachen gebracht.
Ein anderes Erlebnis betrifft die subtile Sprache der Astrologie. Ich besuchte eine befreundete Astrologin und wurde jemandem vorgestellt, der zwar astro-skeptisch war, aber viel über sich sprach. Plötzlich fragte ich ihn, ob er ein Widder sei. Auslöser war die auffallend häufige Verwendung des Wortes „Axt“ in seinen Erzählungen. Da die Axt sinnbildlich als archetypisches Widder-Instrument gilt, hatte ich meine Vermutung geäußert. Er war völlig überrascht, und wir verabschiedeten ihn später scherzhaft mit den Worten: „Aber du hast es ja selber gesagt!“
Unlängst erlebte ich eine faszinierende Synchronizität auf der Feenhaube bei Eggenburg. Ich betrachtete den imposanten Kogelstein, der hoch über die Ebene ragt, und fragte mich gerade, wie oft dort wohl Blitze einschlagen würden. In diesem Moment kam ein deutsches Touristenpaar vorbei. Der Mann kletterte auf den Felsen und berichtete von Spuren und Verfärbungen, die eindeutig auf Blitzeinschlag zurückzuführen seien. Es stellte sich heraus, dass er „zufälligerweise“ Blitzschutz-Experte war. Als er fachkundig darüber sprach, drängte sich mir eine Vermutung auf: Ich fragte ihn, ob er Wassermann sei. Die beiden bejahten verblüfft. Das passte perfekt, denn Wassermänner stehen in der Astrologie oft für Technologie, Elektrizität und das Außergewöhnliche.
Sie bieten Partnervergleiche an. Gibt es ein Sternzeichen oder eine Konstellation, die in Partnervergleichen besonders häufig für unerwartete Dynamiken oder spannende Wendungen sorgt?
Ich würde die Frage eher verneinen. ‚Unerwartete Dynamiken‘ sind mir selten begegnet. Vielmehr sehe ich vorprogrammierte Herausforderungen, die sich über Jahre hinweg entfalten. Auffällig ist, wie oft Partner in Beziehungen verharren, obwohl kaum Resonanz vorhanden ist. Sie sprechen im Grunde verschiedene Sprachen: Der eine kommuniziert rein mental, der andere emotional. Dadurch reden sie oft auf erschreckende Weise aneinander vorbei.
Gerade in solchen Fällen kommen und bleiben Partner zusammen, die zwei schwer vereinbare Zeichen in die Beziehung bringen. Der Klassiker ist die Opposition im Tierkreis, also die Gegenüberstellung von Energien. Ich wurde Zeuge eines Rosenkrieges in der Nachbarschaft in Heidenreichstein, wo eine Krebs-Frau und ein Steinbock-Mann, obwohl sie bereits zwei Kinder hatten, letztendlich, und wie ich meine, zum Glück, getrennte Wege gingen.
Solche archetypischen Gegensätze sind nur dann harmonisch zu vereinbaren, wenn beide Egos bereit sind, zurückzutreten und die Haltung des anderen als Ergänzung zu sehen. Gelingt dies nicht, ist dauerhafte Konfrontation und Streit die Folge.
Genau hier liegt der unschätzbare Wert des Partnervergleichs: Er dient nicht der Vorhersage, sondern der Toleranzförderung. Wir scheitern nicht an Unvereinbarkeiten, sondern am fehlenden Verständnis für einander. Die Analyse hilft, den Partner in seiner Andersartigkeit kennenzulernen und zu akzeptieren. Aus diesem Kennen kann eine bewusste Toleranz entstehen, die die Partnerschaft stabilisiert und harmonischer werden lässt.
Wie erklären Sie Skeptikern, dass Feng Shui und Astrologie wirklich wirken? Gibt es ein Argument, das Sie besonders überzeugend finden?
Ich bin ganz ehrlich: Ich habe es aufgegeben, meine Energie darauf zu verschwenden, Skeptiker überzeugen zu wollen. Der Versuch führt meist nur zu einer langwierigen Diskussion und nicht zum notwendigen Konsens, der für tiefgreifende Arbeit erforderlich ist.
Hier gilt, was man auch über andere schöpferische Disziplinen sagt: „Über Kunst lässt sich nicht streiten.“ Es ist kein Zufall, dass die Astrologie im Mittelalter als ‚Die Kunst‘ schlechthin bezeichnet wurde (ars). Doch bei mir geht es nicht um Streit, sondern um Erfahrung. Astrologie und Feng Shui sind keine Glaubenssätze, die man beweisen oder widerlegen muss; sie sind vielmehr Erfahrungswissenschaften.
Mein überzeugendstes Argument ist daher immer das Ergebnis selbst, das sich jedoch nur bei Menschen einstellt, die offen für diese Art von Wissen sind. Ich ziehe es vor, mit Klienten zu arbeiten, die bereits Neugier oder einschlägige positive Erfahrungen mitbringen – beispielsweise durch einen ersten Kontakt bei Kollegen.
Ich sehe mich nicht in der Rolle eines Missionars. Ich muss niemanden bekehren, ich biete lediglich ein Werkzeug zur Transformation an. Und dieses Werkzeug entfaltet seine volle Kraft nur in den Händen derer, die es auch wirklich nutzen wollen.
Wie wirkt sich Feng Shui Ihrer Meinung nach positiv auf das Leben aus? Gibt es ein konkretes Beispiel aus Ihrer Praxis, das das besonders gut zeigt?
Für mich ist die Arbeit mit Feng Shui im sogenannten „reichen Westen“ untrennbar mit einem fundamentalen Schritt verbunden: dem Ausmisten. Wir mieten und beheizen kostbaren Raum, nur um darin eine schier unüberschaubare Menge an Gegenständen anzuhäufen. Die Reduzierung dieses materiellen Ballastes ist die notwendige Voraussetzung, damit Heilung und Veränderung im Raum beginnen können.
Daraus ergeben sich sofort positive Effekte auf mehreren Ebenen:
- Physischer und Energetischer Fluss
Durch das Schaffen von Ordnung verbessern wir nicht nur den Überblick und die Funktionalität, sondern vor allem den Durchfluss von Energie – die inneren „Verkehrswege“ der Wohnung. Eine Freundin stieß sich beispielsweise ständig die Hüften an Möbelstücken, weil die Passage zwischen zwei Zimmern zu eng war. Die Reibung des Raumes übertrug sich direkt auf ihren Körper. Nachdem wir dort mehr Platz zum Durchgehen geschaffen hatten, war nicht nur der Weg frei, sondern auch die körperliche Reibung verschwunden. - Die Psychologische Wirkung der Symbolik
Ein noch besseres Beispiel ist die psychologische Entspannung, die durch Feng Shui erreicht werden kann. Ich beriet einmal einen Arzt, dessen Wartezimmer von einem großen, hölzernen Kruzifix dominiert wurde, das über der Empfangstheke prangte. Ich riet dazu, dieses umzuhängen. Nicht aus antichristlicher Haltung, sondern weil das Bild des Leidenden am Kreuz keine gute Botschaft für Menschen ist, die gerade auf Heilung warten.
Stattdessen empfahl ich ein Bild eines Schutzengels oder ein lebensfrohes, kraftvolles Symbol. Diese Maßnahme nahm dem Raum seine düstere, beklemmende Spannung – spürbar für Personal und Patienten. Das zeigt: Feng Shui wirkt auf der tiefsten Ebene der Symbolik, wo die Psyche des Menschen unmittelbar reagiert.
Was war Ihr eigener beruflicher Werdegang, bevor Sie sich auf Astrologie und Feng Shui spezialisiert haben? Gab es einen Job, der Sie besonders geprägt hat?
Mein beruflicher Werdegang ist stark vom Bildhaften geprägt, und dieser rote Faden zieht sich bis heute durch meine Arbeit. Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Wer die Sprache der Bilder versteht, wird die Welt beherrschen.“ Ich bin ein durch und durch visueller Typ; die Auseinandersetzung mit Komposition, Bildaufbau und Wirkung ist die Konstante in meinem Leben.
Begonnen hat alles in der Gymnasialzeit, als mein Zeichenlehrer mich zur Ölmalerei ermutigte. Dieses bildnerische Interesse eskalierte bald zur cinematografischen Leidenschaft. Ich sah unzählige Filme und machte erste Versuche auf Super 8, später arbeitete ich als Kameramann, Regisseur, Storyboard-Zeichner und Cutter für kleine Wiener Videoproduktionen. Meine dort erworbenen Kenntnisse in Bildbetrachtung, Komposition und Filmpsychologie waren Gold wert.
Obwohl ich eine Zeit lang Gasthörer an der Filmakademie war, zog es mich weg von der etablierten Industrie. Stattdessen reiste ich nach Indien.
Aus Indien kehrte ich mit dem ersten Wissen über den Tarot zurück, der ja eine eigene, tiefgründige Bildersprache und Symbolik besitzt. Von dort war es nur ein kleiner Schritt zur Astrologie, die ebenfalls auf visuellen, symbolischen Mustern basiert, und letztlich zum Feng Shui, das das Erscheinungsbild und die Komposition von Räumen analysiert.
Neben der filmischen Tätigkeit habe ich zahlreiche, prägende Jobs angenommen, die es mir erlaubten, meine Bild- und Menschenkenntnisse zu kombinieren: Ich war PC-Verkäufer zu Zeiten des Commodore 64, half beim Aufbau des damaligen Waldkindergartens in Gmünd und im Naturpark Heidenreichsteiner Moor, war Schulbusfahrer hier im Waldviertel und schrieb für die Bezirksblätter. Diese Jobs mit Kindern und Menschen haben mich geerdet und mir gezeigt, wie sich theoretisches Wissen praktisch in menschlichen Schicksalen manifestiert.
Heute wende ich diese bildhafte Denkweise direkt an. Als Feng-Shui-Berater analysiere ich die Erscheinung und Komposition von Lebens- und Arbeitsräumen und helfe, sie zu verbessern. Und als Astrologe vermag ich, die Sichtweise der Klienten auf ihr eigenes Horoskop zu verändern und zu erweitern – stets durch das tiefe Verständnis für die Macht der inneren und äußeren Bilder.
Gibt es ein Horoskop oder eine Feng Shui-Analyse, die Sie besonders fasziniert oder nachdenklich gemacht hat?
Das ist eine sehr aufschlussreiche Frage, die ich so beantworten würde: Tatsächlich faszinieren mich weniger spektakuläre Einzelfälle als vielmehr die tägliche Anwendung und die tiefen Einblicke, die ich durch die Astrologie in mein persönliches Umfeld gewinne. Was mich am meisten beschäftigt, ist meine Familie – meine Kinder, Enkelkinder und engste Freunde. Ich schaue regelmäßig in ihre Horoskope, sei es bei konkreten Fragen oder wenn eine Herausforderung ansteht. Es ist ein unschätzbarer Vorteil, nahestehende Menschen astrologisch nachvollziehen und ihnen gezielt helfen zu können.
Das bringt mich direkt zu einem Bereich, der mich in diesem Zusammenhang am meisten fesselt: dem vierten Haus im Horoskop. Dieses Krebs-Haus ist der seelische Urgrund eines Menschen. Es gibt nicht nur Auskunft über die früheste Kindheitsatmosphäre und die Prägungen durch die Eltern, sondern auch darüber, wie ein Mensch wohnen muss, welche Ge-Wohn-Heiten er hat und wie die tiefste Schicht seiner Seele beschaffen ist. Hier geht es um die fundamentalen Bedürfnisse nach Geborgenheit, Ruhe, Schlaf und seelischer Verdauung.
Im Gegensatz dazu steht beispielsweise das sechste Haus, das Auskunft über Arbeitsplatz, Alltagsabläufe und Arbeitsmethoden gibt.
Dieses Wissen um das vierte und das sechste Haus ist für meine Feng-Shui-Arbeit unerlässlich. Wir verbinden hier das psychologische Bedürfnis (Astrologie) mit der physischen Gestaltung (Feng Shui). Nur wenn ich weiß, welche Art von Geborgenheit die Seele braucht (4. Haus), kann ich den Wohnbereich auch optimal gestalten.
Diese Erkenntnisse wende ich fast täglich an, vor allem bei meinen Liebsten. Das ist dann keine abgehobene Konzeptarbeit, sondern ganz handfeste und reale Tätigkeit: Wir sprechen über Möbelrücken, das Streichen von Wänden oder die Platzierung von Objekten. Die größte Faszination liegt also nicht im einmaligen, großen Fall, sondern in der Möglichkeit, meine Familie durch dieses Wissen täglich und spürbar zu unterstützen.
Was raten Sie Menschen, die sich für Astrologie oder Feng Shui interessieren, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen? Gibt es einen einfachen Tipp, den jeder umsetzen kann?
Für den Einstieg in diese komplexen Materien rate ich zu zwei sehr einfachen, aber wirkungsvollen Schritten, die sofort umgesetzt werden können:
Fürs Feng Shui gibt es nur einen ersten Rat: Ausmisten! Das ist die notwendige Grundreinigung. Wir müssen uns von unnötigem Ballast und überholten Erinnerungen, die in Gegenständen gespeichert sind, trennen. Diese physische Reduktion schafft sofort Raum, nicht nur in der Wohnung, sondern auch im Kopf und in der Seele.
Der einfachste Zugang zur Astrologie ist die unmittelbare Selbsterfahrung: Verfolgen Sie den aktuellen Mondstand anhand eines Mondkalenders. Beobachten Sie, wie die Mondphase Ihre Stimmung, Ihren Schlaf oder sogar das Wetter beeinflusst. Solche Kalender, die Raum für eigene Einträge bieten, sind ein wunderbares Werkzeug für die erste persönliche Forschung. (Einen solchen Kalender bieten wir auf atair.at zum Download an.)
Die Astrologie als Sprache
Für alle, die sich wirklich vertiefen wollen, ist eines klar: Astrologie erfordert fokussierte Lernarbeit. Ich vergleiche es gerne mit dem Erlernen einer neuen Sprache:
Das Alphabet: Zuerst muss man die Schriftzeichen, also die Symbole für Planeten und Zeichen, verstehen.
Das Vokabular: Im zweiten Schritt folgt das Vokabular – die Zuordnungen und Analogien von Zeichen und Planeten.
Die Grammatik: Erst dann kann man die komplexen Aspekte und Positionen zu ganzen Sätzen formulieren.
Die Astrologie ist eine Sprache, und der Astrologe ist der Dolmetscher dieser himmlischen Symbolik.
Für den tieferen Einstieg empfehle ich folgende Standardwerke:
- Astrologie:
- Francis Sakoian und Louis S. Acker: Das große Lehrbuch der Astrologie (auch als Taschenbuch erhältlich).
- Gertrud Hürlimann: Astrologie: Ein methodisch aufgebautes Lehrbuch.
- Feng Shui:
- Sämtliche Bücher oder Seminare von Günther Sator und Dr. Lim.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, um Ihre Arbeit noch besser zu machen – was wäre das? Vielleicht ein neues Angebot oder eine bestimmte Methode?
Mein Wunsch ist weniger, meine persönliche Arbeit zu optimieren, als vielmehr die Rehabilitation und Popularisierung der Astrologie im öffentlichen Bewusstsein voranzutreiben. Es ist dringend notwendig, dieses alte Wissen von der Oberflächlichkeit der Boulevard-Astrologie wegzubewegen und seine praktische Relevanz zu verankern.
Mein größter Wunsch ist die Wiederherstellung der akademischen Würde der Astrologie. Ich vertraue auf die Prophezeiung, dass sie bald wieder an Universitäten gelehrt wird. Im Mittelalter war sie bekannt als Die Kunst (ars) schlechthin und galt als Dachverband über allen anderen Disziplinen, wie der darstellenden, heilenden, bildenden und magischen Kunst. Jeder Mediziner musste damals die korrekte Mondposition für einen Aderlass oder eine Operation berechnen und berücksichtigen können.
Mir geht es darum, den Bildungsstandard zu erhöhen, damit Menschen über das bloße Sonnenzeichen hinausgehen und sich auf tiefgründigerer Ebene austauschen können.
Daraus ergibt sich der Wunsch, die Astrologie aus ihrer „Geheimsprache“ in den Alltag zu überführen. Für Außenstehende klingt eine astrologische Analyse oft wie Fachchinesisch: „Sie hat die Sonne im achten Haus, leider in Opposition zum Pluto.“ Unter Kennern triggert diese Formelsprache jedoch tiefgehende Assoziationen.
Um diese Sprache ins kollektive Bewusstsein zu bringen, hätte ich konkrete, visionäre Ideen:
- Radio-Durchsagen: Ähnlich dem Verkehrsfunk wünsche ich mir Informationen wie: „Achtung, der Aszendent wechselt in zehn Minuten von Wassermann zu Fische, und dort geht der Mond bald auf.“
- Astrologische Uhren: Armbanduhren, die nicht nur die Zeit, sondern auch das aktuell gültige Horoskop oder die wichtigsten Transite anzeigen.
- Schulungen für Kinder: Schon die Jüngsten sollten an das alte Wissen herangeführt werden, um zu verstehen, dass es im Horoskop um viel mehr als nur ihr Sternzeichen geht.
Dieser Bildungsauftrag dient auch dazu, mit falschen Vorurteilen und sprachlichen Ungenauigkeiten aufzuräumen. Solche Dinge möchte ich nicht mehr hören: „Stimmt es, dass alle Skorpione Gauner sind?“ Oder: „Ich bin ein Zwilling.“ Die korrekte Formulierung muss lauten: „Meine Sonne stand im Zeichen Zwillinge.“ Ebenso muss klar sein, dass der Wassermann, entgegen seines Namens, ein Luftzeichen ist.
Parallel zur Astrologie wünsche ich mir, dass das Wissen um Feng Shui verstärkt im öffentlichen Raum, in der Bauordnung und beim Hausbau bewusst zur Anwendung kommt. Die Gestaltung und Komposition unserer Lebensräume hat einen direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden und die Gesellschaft. Leider sehe ich gerade im ländlichen Raum, wie hier Potenzial verschenkt wird, um harmonischere und gesündere Lebenswelten zu schaffen.
Es ist wichtig zu betonen, dass auch Europa eine vergleichbare Tradition besitzt: die Geomantie. Sie kann als das westliche „Feng Shui“ betrachtet werden und wurde in der Vergangenheit, insbesondere beim Bau von Wehranlagen, Palästen und Schlössern, bewusst zur Bestimmung des optimalen Standortes und zur harmonischen Gestaltung der Anlage im Einklang mit den natürlichen Energien der Landschaft genutzt. Dieses historische europäische Wissen um die Wechselwirkung zwischen Mensch, Bauwerk und Umwelt sollte ebenfalls wieder in den Fokus rücken.
Gibt es ein Missverständnis über Astrologie oder Feng Shui, das Sie gerne ausräumen würden? Vielleicht etwas, das viele Menschen falsch verstehen?
Das größte und hartnäckigste Missverständnis, das ich gerne ausräumen möchte, ist die Annahme, diese Künste seien nur wenigen eingeweihten Meistern zugänglich und für den Normalbürger unverständlich.
Das stimmt so nicht.
Astrologie und Feng Shui sind erlernbare Disziplinen. Wie ich bereits sagte, ist die Astrologie vergleichbar mit dem Erlernen einer Fremdsprache: Man wird zwar nie auslernen, aber man kann mit Fleiß und Übung die Vokabeln und die Grammatik beherrschen. Das Wissen ist heute nicht mehr nur in elitären Zirkeln versteckt; dank des Internets ist es frei zugänglich und demokratisiert.
Die einzige Hürde ist der Anfang. Die Schwierigkeit liegt lediglich in der Initialzündung. Im Feng Shui ist das, wie wir besprochen haben, das disziplinierte Ausmisten. In der Astrologie ist es das Einprägen des Vokabulars, bis die Zuordnungen von Planeten und Zeichen automatisiert sind.
Wer dieses Wissen vertiefen möchte, findet heute unzählige Anlaufstellen. Ich selbst moderiere und betreue auf Facebook die öffentliche Gruppe Astro-Loge, in der jeder willkommen ist, sein Wissen zu vertiefen und aktuelle Deutungen namhafter Astrologen zu lesen. Es sind keine mystischen Barrieren, die den Zugang erschweren – es ist lediglich der Aufwand des Beginns.
Wie würden Sie einem Kind erklären, was Sie tun – und warum es so spannend ist?
Stell dir vor, ich bin ein Übersetzer für eine ganz geheime, alte Sprache, die mit Bildern und Symbolen funktioniert. Das ist die Astrologie.
Dein Geburtstag hat dir einen Geheimcode für deine Persönlichkeit geschenkt – dein Tierkreiszeichen ist wie dein Geburtstags-Superzeichen.
Nehmen wir zum Beispiel an, du bist ein kleiner, mutiger Widder. Das ist so, als hättest du einen eingebauten roten Motor oder einen Turbo-Start-Knopf in deinem Herzen. Du bist schnell, mutig und willst immer als Erster loslegen.
Meine Arbeit ist es, die Bedienungsanleitung für diesen Motor zu lesen. Ich helfe dir oder deinen Eltern zu verstehen:
- Wie dieser Motor am besten funktioniert.
- Warum du manchmal so schnell losläufst, dass du überall aneckst.
- Welche zusätzlichen Superkräfte (die anderen Planeten!) du noch hast.
Ich bin also derjenige, der den Erwachsenen erklärt, dass sie dich nicht bremsen, sondern dir nur zeigen sollen, wie du deinen Turbo sicher benutzt. Es ist spannend, weil es wie das Entschlüsseln einer Schatzkarte für deine Seele ist!
Und dann bin ich auch noch ein Raum-Zauberer. Das ist das Feng Shui.
Jedes Zimmer, in dem du lebst, hat eine Stimmung. Manche Zimmer fühlen sich eng und traurig an, andere sind hell und geben dir Kraft, wie eine warme Umarmung.
Ich sorge dafür, dass dein Zimmer dein Glücksplatz wird. Der einfachste Trick ist das Ausmisten. Wenn du ganz viele alte Sachen unter deinem Bett hast, die du nicht mehr brauchst, ist das wie ein verstopfter Fluss. Die Glücks-Energie kann nicht mehr fließen!
Ich helfe dann dabei, die Möbel zu rücken oder Farben auszuwählen, damit dein Schreibtisch dir beim Lernen hilft und dein Bett dich super schlafen lässt. Es ist so spannend, weil ich sehe, wie eine kleine Veränderung im Zimmer sofort die Gefühle der Menschen verändert.
Am Ende mache ich beides: Ich helfe den Menschen, ihren inneren Code (Astrologie) und ihren äußeren Platz (Feng Shui) besser zu verstehen, damit sie weniger streiten, gesünder sind und glücklicher leben können.
Gibt es ein Sternzeichen oder ein Feng Shui-Element, das Sie persönlich besonders magisch finden? Warum?
Der Begriff „magisch“ ist in unserer Alltagssprache leider oft sensationsheischend besetzt. Wenn wir ihn jedoch in seinem ursprünglichen Sinne verstehen – nämlich als Kenntnis und Anwendung von Grundgesetzen, die unser Dasein bestimmen (wie etwa die Lehre der vier Elemente) – dann ja, dann fasziniert mich ein Zeichen ganz besonders: der Skorpion.
Der Skorpion ist der Archetyp der Transformation und Wandlung. Er verkörpert die Fähigkeit zur tiefgreifenden Therapie – vergleichbar mit einem Fastenprozess, der notwendig ist, um eine völlig neue Ernährungsform zu starten. Er blickt in die tiefsten Schichten der Seele, in die eigene wie in die des Gegenübers – oft durch jene berühmten dunklen, eindringlichen Augen.
Magie ist Selbstschulung, nicht Zauberei. Für die frühen und gegenwärtigen Magier ist Magie kein Zaubertrick, sondern ein harter Job: eine lebenslange Selbstschulung und Selbstverbesserung. Echte Magie hat mit Macht zu tun, aber nicht mit Macht über andere, sondern mit Macht über sich selbst – mit der eigenen Wandlungs- und Heilfähigkeit.
Damit schließt sich der Kreis zum Skorpion, der seine enorme Kraft aus den Überlebens- und Erneuerungskräften zieht. Er demonstriert die Fähigkeit, sich selbst neu zu erschaffen.
Wenn wir den Begriff Magie ganz weit fassen, ist ohnehin alles magisch – vorausgesetzt, wir bewahren uns die Fähigkeit zum Staunen und Wundern. Unsere rationale, gewohnte Denkweise vernichtet leider all den Zauber, den Kinder noch instinktiv wahrnehmen. Der Skorpion erinnert uns daran, diesen Urgrund wiederzufinden.
Was machen Sie in Ihrer Freizeit, um abzuschalten? Gibt es Hobbys, die Sie besonders begeistern – vielleicht etwas, das Ihre Kunden überraschen würde?
Eigentlich muss ich mich gar nicht groß ‚bemühen‘, abzuschalten, denn ich versuche, mein Leben so zu gestalten, dass mich von vornherein wenig stresst – zumindest in der Theorie! Praktisch gesehen verbringe ich aber, und das ist mein größtes Laster, viel, viel zu viel Zeit vor Bildschirmen und am PC. Man könnte sagen, meine heimliche Hauptbeschäftigung ist der digitale Müßiggang.“
Mein wichtigstes Ventil ist die Wärme und die kontinuierliche Bewegung. Ich bin leidenschaftlich süchtig nach der Sauna und nutze die Gelegenheit, um zwei bis drei Mal pro Woche ins Hallenbad nach Raabs zu gehen. Dort halte ich mich auch mit Schwimmen fit.
Ich gehe gerne spazieren, oft mit meinen Enkelkindern, um die Ruhe und Kraft der hiesigen Wälder zu tanken. Zusätzlich bin ich im Sommer mit dem Rad unterwegs, und wenn ich einen Partner finde, spiele ich gerne Tischtennis.
Mein wichtigstes Amt ist jedoch das des leidenschaftlichen Opas dreier Enkelkinder. Mit ihnen ist es nie langweilig: Wir gehen oft spazieren und sind im kreativen Bauen ständig beschäftigt. Wir bauen und filmen (mit Zeitraffer) stundenlang die Strax-Autobahn – jedes Mal anders, um neue Kompositionen zu erschaffen – oder kreieren ständig neue Kugelbahn-Architekturen. Mein jüngster Enkel hat übrigens letzten Sommer in Raabs mit mir das Schwimmen und Tauchen gelernt – ein großes Erfolgserlebnis!
Das wohl überraschendste Hobby, das meine Kunden nicht erwarten würden, ist meine aktuelle Beschäftigung mit der Künstlichen Intelligenz (KI). Da meine Acrylmalerei gerade eine kreative Ruhephase erlebt (ich nenne es professionell eine Blockade), habe ich ein neues Ventil gefunden: Ich lasse von der KI Bilder generieren! Ich erstelle damit symbolische und allegorische Szenerien zu den Horoskop-Schwerpunkten meiner Freunde. Es ist faszinierend zu sehen, wie ich meine alte Liebe zur Komposition und Symbolik nun im digitalen Raum fortsetzen kann – auch wenn ich dafür natürlich wieder vor dem PC sitzen muss.
Wenn Sie eine Frage an unsere Leser hätten – welche wäre das? Vielleicht etwas Lustiges oder Nachdenkliches?
Wenn Angst und Konvention besiegt wären: Was würden Sie heute mit der unerschrockenen Spielfreude Ihres inneren Kindes bauen, um die Welt freier, friedlicher und authentischer zu gestalten, — und um glücklicher zu sein?
Was war das ungewöhnlichste oder überraschendste Erlebnis, das Sie in Ihrer Arbeit als Astrologe und Feng Shui-Berater hatten?
Das Ungewöhnlichste ist die Überraschung, die im Grunde nie eine sein dürfte. Man könnte ja annehmen, die detaillierte Kenntnis des Partnerhoroskops mache einen Astrologen gefeit vor unnötig komplizierten Beziehungen. Falsch gedacht! Der größte Schock ist die demütigende Feststellung: Man ist trotzdem nur Mensch. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass wir auch dann noch unbewussten Mustern folgen, wenn die Sterne lautstark „Achtung!“ rufen.
Ein schönes gelebtes Beispiel, das mich im Nachhinein kopfschüttelnd zurücklässt: Im chinesischen Horoskop bin ich ein Hund. Und wen wähle ich mir in zwei aufeinanderfolgenden, herausfordernden Beziehungen? Zweimal das astrologische Gegenzeichen, den Drachen! Das ist, als würde man bewusst in eine Mauer laufen, obwohl man die Bauanleitung in der Hand hält, die eindeutig davor warnt.
Ähnlich verhielt es sich mit dem Wissen um unverträgliche Kommunikationsstile: Trotz des Bewusstseins, dass ein Merkur im Quadrat zum eigenen Merkur ständige Reibung und unterschiedliche Denk- und Sprach-Modi ankündigt, lässt man sich auf die Schwierigkeit ein.
Es ist die ständige, selbstironische Erkenntnis, dass selbst Astrologen, die es besser wissen müssten, in der Liebe den freien Willen manchmal über die kosmische Vernunft stellen. Aber vielleicht ist gerade diese menschliche Fehlbarkeit der spannendste Teil des Ganzen.
Sie sind seit Beginn an bei Waldviertel Exklusiv dabei. Was schätzen Sie besonders an dieser Gemeinschaft? Gibt es ein gemeinsames Projekt oder Event, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Meine Verbindung zu Nina Hlava besteht bereits seit der Zeit der Kunstakademie auf der Margithöhe, also länger als Waldviertel Exklusiv selbst. Was ich seit jeher besonders schätze, ist der klare Bildungsauftrag dieser Initiative: Die verschiedensten Künste und Fertigkeiten werden hier – ganz ohne universitäre Hoheit – sozusagen aus dem Volk für das Volk angeboten.
Ich schätze an der Zusammenarbeit vor allem, dass das große Engagement vieler Menschen einfließt, oft auch ehrenamtlich. Dadurch ist Waldviertel Exklusiv zu einer regionalen, ja, mit Aktionen wie „Holz und Herz“ sogar zu einer überregionalen Innovationsplattform für Bildung und Kooperation herangewachsen.
„Holz und Herz“ ist mir dabei als bisher umfangreichster Event mit an die 2000 Teilnehmern besonders in Erinnerung geblieben. Es war mir eine Ehre, dabei im Hintergrund mitkonzipieren und coachen zu dürfen. Das größte Lob gebührt aber Nina und Sandra, die das Projekt mit so großem Erfolg auf- und durchgezogen haben.
Ganz persönlich schätze ich die inzwischen etablierte Bibliothek mit Antiquariat, da ich ein bekennender Bücherwurm bin. Und natürlich freut es mich, dass das „Vereinslokal“ – auch mit meiner Feng-Shui-Begleitung – so ansprechend gestaltet wurde und zum Verweilen, Lesen und Austauschen einlädt.
Ich denke, Heidenreichstein ist mit dem kulturellen Angebot von Waldviertel Exklusiv sehr gut versorgt. Die Initiative entwickelt sich immer mehr zur unverzichtbaren Kommunikations- und Kooperationsplattform für Kultur- und Kunstschaffende in der Region.
Was bedeutet für Sie ‚Waldviertel Exklusiv‘? Warum ist es für Sie wichtig, Teil dieser Gemeinschaft zu sein?
Für mich bedeutet ‚Waldviertel Exklusiv‘ vor allem ein notwendiges Forum für meine Künste. Die Waldviertler sind von Natur aus oft mystisch angehaucht und für esoterische Themen empfänglich – mein Wissen ist hier tatsächlich sehr gefragt.
Allerdings mangelt es hier am Land im Gegensatz zu Großstädten wie Wien oder Linz oft am Austausch und an der gegenseitigen Ermunterung für Menschen meiner Fachrichtung. Ich bin in meiner Arbeit sonst sehr stark vom Internet abhängig.
Genau deshalb ist es für mich so wichtig, Teil dieser Gemeinschaft zu sein: Waldviertel Exklusiv bietet den physischen Rahmen dafür, dass meine Inputs persönlich ankommen, diskutiert und umgesetzt werden können. Es ist der regionale Ankerpunkt, der den wichtigen Austausch ermöglicht und die Impulse zur Gestaltung von Lebensraum und Seele direkt in die Region trägt.
Wie sieht Ihr perfekter Arbeitstag aus? Gibt es bestimmte Rituale oder Momente, die Ihnen besonders wichtig sind – vielleicht ein bestimmtes Sternzeichen, das Sie immer zum Lachen bringt?
Mein Tag beginnt idealerweise kurz vor oder mit dem Sonnenaufgang. Auf meinem nach Osten ausgerichteten Balkon starte ich mit dem Suryanamaskar, dem yogischen Sonnengruß. Danach folgt die körperliche Klärung: Duschen und viel trinken, bevor ich im Büro die nächste Beratung vorbereite.
Der Vormittag ist der intensiven Arbeit gewidmet – den Konsultationen, oft per Zoom oder dem Betreuen meiner Facebook-Gruppen. Das Ziel: mittags „freigespielt“ zu sein.
Der Moment, der mir in der eigentlichen Arbeit am wichtigsten ist, ist die erste tiefgreifende Erkenntnis des Klienten. Doch dieser Durchbruch ist kein Zufallsprodukt, ihm geht oft eine Phase des vorsichtigen Abtastens voraus.
Die Klienten sind zu Beginn nicht immer offen. Ich erinnere mich an einen Fall aus meiner Anfangszeit, als ein Klient nur abwartend mit verschränkten Armen dasaß und hören wollte, „was ich aus dem Horoskop erraten würde“. Manchmal werden sogar bewusst Dinge verheimlicht, um die Grenzen meiner Kunst zu testen – ein anderer war enttäuscht, dass ich seine Homosexualität nicht „herausgelesen“ hatte.
Der Knackpunkt in jeder Beratung ist daher das Warten auf den Moment des Auftauens.
Obwohl ich heute meist durch Mundpropaganda empfohlen werde und der Zugang dadurch leichter ist, ist dieses Auftauen immer notwendig. Es ist nicht leicht, sich in einem fremden Revier – und sei es nur per Zoom in einem „okkult“ anmutenden Büro – seelisch zu öffnen. Aber wenn die Scheu, die Skepsis oder die Diskretion überwunden sind, öffnet sich das Herz. Dann werden die wahren Motive, Sorgen und Zweifel geäußert. Spätestens nach einer Viertelstunde fühlt sich die Person wohlwollend gesehen und erkannt – und schöpft Vertrauen. Erst dann ist ein tiefes Eindringen in die Thematik und eine echte Transformation möglich.
Die Zeit nach dem Mittagessen dient der Erdung und der Bewegung. Ich stärke mich gerne an der Salatbar der Liebnitzmühle, bevor ich mich entweder zu einem Spaziergang in den Wald begebe oder eine kleine Radtour unternehme. Danach folgt das Element Wasser: Ich wechsle ins Hallenbad nach Raabs. Dort schwimme ich und nutze die angeschlossene Sauna zur tiefen Entspannung.
Der Abend klingt entspannt mit den Enkelkindern vor dem Fernseher aus. Was mich immer zum Lachen bringt, sind die Zwillinge. Mit ihrer merkurialen Schläue sorgen sie in der Beratung oft für unerwartet witzige intellektuelle Pirouetten und lockern die ernsten Themen auf.
Der krönende Abschluss meines perfekten Tages – sofern der Himmel es zulässt – ist ein kleiner Nachtspaziergang. Dann studiere ich den Himmel, identifiziere Sternbilder und suche nach sichtbaren Planeten. Mein Enkelsohn ist dabei immer ganz aufgeregt und erpicht darauf, eine Sternschnuppe oder gar einen Kometen zu entdecken.
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